Wer diese Tipps für die Gel-Technik schrittweise befolgt, wird als Ergebnis fantastisch schöne Fingernägel haben: Zunächst einmal sollte man seinen Arbeitsplatz entsprechend herrichten. Nichts vergessen, denn mit halbfertigen Nägeln irgendwo gegenzukommen, wirkt einem perfekten Ergebnis entgegen! Die UV-Lampe sollte so platziert sein, dass sie gut erreichbar ist. Die Arbeitsplatzleuchte so ausrichten, dass keine Schatten auf die Hände geworfen werden. UV-Gele, gefüllter Zelettenspender, Pinsel, Buffer (Schleifblock; idealerweise 240/240 Körnung), Cleaner, Feilen, Tips, Kleber, Huf-Stäbchen und Nagelöl müssen bereit liegen; möglich ist weiteres Zubehör für Nailart (Strasssteinchen, Farben…). Für einen perfekten Abschluss der Nagelmodellage mit Gel-Technik braucht man den Topcoat, Sunblocker und die UV-Spezialversiegelung. Nun die step-by-step-Anleitung:

  1. Der Nagel wird mit dem Buffer leicht angeraut. Achtung: Wirklich nur leicht; der Nagel soll nicht abgeschliffen werden! Es geht hierbei darum, die Fettrückstände zu entfernen. Der Nagel ist dann richtig angeraut, wenn er nicht mehr glänzt. Um Schädigungen vorzubeugen, niemals zu sehr anrauen! Anschließend wird der überschüssige Staub mit einem Tuch entfernt. Mit dem bereitgestellten Cleaner kann der Nagel nun desinfiziert werden. Der Cleaner entfernt auch weitere Fettrückstände. Wichtig: Fingernägel ab jetzt nicht mehr berühren!
  2. Nun werden die Tips angepasst. Die Tips sind der Untergrund, der die grundsätzliche Form der Nagelmodellage angibt. Es gibt sie in naturfarben, in French-Design oder Transparent. Sinnvoll ist es, einen größeren Tip so zu feilen, dass er schmaler wird, als dass man einen zu kleinen Tip verwendet.
  3. Jetzt entfernt man die Nagelhaut. Dafür nehme man Nagelhautentferner und schiebt die Nagelhaut nach kurzer Einwirkphase mit dem Hufstäbchen zurück. Erst jetzt kann der Nagel bearbeitet werden. Falls es nötig ist, sollten die Naturnägel noch etwas beschnitten und gekürzt werden.
  4. Nun folgt einer der wichtigsten Schritte: Ganz dünn sollte nun der Nagelkleber ausschließlich auf der Auflagefläche von den Tips verteilt werden. Es empfiehlt sich, hierfür einen entsprechenden Pinsel zu verwenden, um überschüssigen Kleber zu vermeiden und wirklich bloß die Stellen einzukleben, die auf dem Naturnagel aufliegen. Das vermeidet mögliche Infektionen oder Luftblasen, die Infektionen hervorrufen können. Der Kleber darf keinesfalls mit der Nagelhaut in Berührung kommen. Ein Tip nach dem anderen sollte sofort auf den Nagel geklebt werden. Dafür haben die Tips eine Stoßkante an der Unterseite, die an den äußeren Rand vom Naturnagel gedrückt wird. Der Tip wird langsam und behutsam von vorne nach hinten an den Naturnagel angedrückt. Auf keinen Fall darf eine Spannung entstehen; auch diese kann für Infektionen sorgen! Achtung: Die Tips dürfen keine Blasen werfen! Den Tip nun eine Zeit lang auf den Naturnagel andrücken.
  5. Mit einem Tip-Cutter wird der Tip nach dem Trocknen auf in die Form gebracht. Bei Bedarf wird er gekürzt. Der Naturnagel darf nicht mit gefeilt werden! Der Übergang zum Naturnagel sollte flach angefeilt werden. Mittels einer Feile oder dem Buffer kann man die scharfen, ungleichmäßigen Kanten nun nachglätten. Ein Staubpinsel befreit den Tip und die Finger vom Staub und der Cleaner desinfiziert erneut.
  6. Nun wird der Haftmittler (auch Primer genannt), den man wahlweise in der Flasche oder als Stift kaufen kann, sehr sparsam auf den Naturnagel aufgetragen. Nicht auf den Tip bringen! Wer eher brüchige und dünne Nägel hat, sollte zum Grundiergel greifen. Das trägt man auf den kompletten Nagel auf, um es anschließend ungefähr zwei Minuten im UV-Gerät aushärten zu lassen. Nun kann die Gelbearbeitung fortgeführt werden.
  7. Das jeweils ausgewählte Gel (Aufbaugel in rosé oder klar; ideal zum weiteren verzieren, Modellagegel oder Sunblocker-Gel, welches noch bessere Haltbarkeit bietet) wird nun auf den Nagel aufgetragen. Da das Gel noch modelliert wird, empfiehlt es sich, einen dickeren Anstrich vorzunehmen. Vorsicht: Das Gel darf nicht an die Nagelhaut kommen. Andernfalls kann man die Nagelhaut mit einem Rosenholzstäbchen reinigen. Wichtig ist es, dass das Gel entsprechend dick aufgetragen wird – es handelt sich um Gel, nicht um Nagellack! Wenn das Gel zu dünn aufgetragen wird, wird der chemisch notwendige Prozess nicht ausgeführt. Das Gel würde vom Nagel wieder abgetragen werden. Handelt es sich um Aufbaugel, muss dieses noch gefeilt werden. Außerdem glänzt dieses Gel nicht. Wird kein French-Manicure verwendet, darf die Schicht, die entsteht, nicht entfernt werden. Die Nägel dürfen jetzt nicht mehr berührt werden!
  8. Der vorige Punkt wird nun noch einmal wiederholt; diesmal wird die entstehende Schicht nach dem Aushärten allerdings mit dem Cleaner entfernt.
  9. Jeweils nach Schritt 7 und 8 werden die Hände ins UV-Gerät gehalten und etwa zwei Minuten ausgehärtet. Es ist entweder möglich, einen Nagel nach dem anderen zu härten, oder die komplette Hand auf einmal ins UV-Gerät zu halten. Die Daumen sollten allerdings immer zuletzt eingegelt werden, weil diese für Schräglage sorgen; andernfalls kann das Gel verlaufen.
  10. Sind soweit noch Unebenheiten aufgetreten, können diese mit der Feile oder dem Buffer geglättet werden. Anschließend den Nagel entstauben und durch den Cleaner reinigen. Die Nagelränder müssen frei von Gel bleiben!
  11. Um den Nagel zu perfektionieren, trägt man nun dünn das Versiegelungsgel, wahlweise auch das Ein-Phasen-Gel auf. Die entstehende Schwitzschicht wird entfernt. Nun können die Verzierungen ganz nach Bedarf beginnen. Tipps dafür gibt es unter dem Punkt Fingernägel lackieren. Mit einem Top-Coat oder einer Spezialversiegelung wird das Ergebnis im wahrsten Sinne des Wortes extra glänzend. Um die Nagelhaut zu schonen, wird hier noch etwas Nagelöl aufgetragen.