Bedenkt man, dass Pilze an sich in die Natur gehören und unter die Kategorie der Pflanzen fallen könnten, ist es doch seltsam, warum an den Nägeln Pilze entstehen können. Nicht mehr seltsam wird diese Tatsache, wenn man weiß, dass Pilze immer auf einen Wirt angewiesen sind. Das bedeutet, dass sie auf Tiere, andere Pflanzen oder eben auf den Menschen angewiesen sind, um zu überleben. Der Pilz bildet deshalb gerne eine Symbiose, weil er nicht – oder nur unzureichend – dazu in der Lage ist, sich selbst zu versorgen.



Stoffwechselvorgänge, auf die der Pilz angewiesen ist, werden von dem Wirt übernommen. Dieses Wissen über den Pilz hat zur Folge, dass man sich auch denken kann, was passiert, wenn dem Pilz noch mehr Nährboden gegeben und dieser nicht behandelt wird: Der Pilz wächst unaufhaltsam weiter. Betrachtet man den Nagelpilz langfristig, so kann es sogar passieren, dass der Mensch, der am Nagelpilz leidet, gesundheitliche Schäden davon trägt, vom unschönen Äußeren einmal ganz abgesehen.

Abgestorbene Hautschuppen reichen dem Nagelpilz zum Überleben vollkommen aus. Nun gibt aber jeder Mensch, beziehungsweise die Haut eines jeden Menschen, tagtäglich enorm viele Hautschüppchen ab – der perfekte Nährboden also, auf dem sich der Nagelpilz ausbreiten kann. Fußpilz ist noch häufiger, als der Nagelpilz an den Fingernägeln – so oder so ist es eine unangenehme Angelegenheit. Pilzkrankheiten sind im Übrigen stark ansteckend; so sollte der Betroffene auf jeden Fall auch an seine Umwelt denken und schnellstmöglich etwas gegen den Nagelpilz unternehmen! Wehret den Anfängen – unter diesem Motto steht die Nagelpilzbehandlung. Denn setzt sich der Nagelpilz einmal richtig fest, ist es schwierig, ihn wieder von seinem Wirt zu lösen. Nagelpilz ist eine sehr langwierige Angelegenheit.



Verfärbt sich die Nagelplatte gelblich bis dunkelbraun oder sogar schon grünlich bis schwarz, sollte man dringend etwas gegen den Nagelpilz unternehmen! Dringt Luft unter die künstlichen Fingernägel ein, so kann daraus ganz schnell ein Nagelpilz entstehen; deshalb sollten auch Träger und Trägerinnen künstlicher Fingernägel diese regelmäßig auf Verfärbungen jedweder Art kontrollieren. Der Naturnagel, auf dem sich der Nagelpilz festsetzt, wird verdickt und brüchig. Während zu Beginn diese Krankheit unauffällig scheint und schmerzfrei verläuft, häufen sich beim Festsetzen des Pilzes die Auffälligkeiten. Die bereits angesprochenen Verfärbungen und natürlich Schmerzen, die mit der Zeit auftreten, sind die Folge von langwierigem Nagelpilz. Der Fingernagel kann sogar soweit zerstört werden, dass er nicht mehr dazu fähig ist, nachzuwachsen. Das und die Tatsache, dass Nagelpilz durch Bakterien ausgelöst und verstärkt wird, die dann in den angegriffenen Nagel eindringen können, zeigt bereits, dass kosmetische Lösungen hier kaum noch weiterhelfen, sondern dass ein Arzt diagnostizieren und therapieren muss. Diabetiker, ältere Menschen oder Sportler sowie alle Menschen, die Immunsuppressive einnehmen müssen, sind besonders gefährdet, an Nagelpilz zu erkranken.

In schweren Fällen von Nagelpilz muss die Behandlung so erfolgen, dass der Fingernagel mit bestimmten Medikamenten aufgeweicht wird und selbiger abgelöst werden muss. Etwa drei Wochen wird man sich dieser Behandlung unterziehen müssen. Durch eine örtliche Behandlung kann der Nagel wieder nachwachsen und wird anschließend mit speziellem, heilendem Nagellack behandelt. Dieser Nagellack beruht auf der Basis von Bifonazol, Amorolfin oder Ciclopirox. Sind mehrere Finger- oder Zehennägel befallen, so wird eine sogenannte Systemtherapie angewandt, bei der gleich mehrere Nägel auf einmal behandelt werden können. Mindestens drei bis sechs Monate kann man für diese Therapie einberechnen. Bei schwerwiegenden Infektionen ist die Behandlung durchaus auch über ein Jahr denkbar.

Präventionsmöglichkeiten können sein, dass man im Winter die Handschuhe, aber auch die Jackentaschen und für die Füße die Socken regelmäßig desinfiziert. Weiterhin sollte man regelmäßig Cremes verwenden, die ein feucht-warmes Klima bei den Nägeln und deren Versprödung vermeiden.

Zur Heilung von extremen Nagelpilzen kann es auch passieren, dass der komplette Fingernagel weggelasert wird. Die Nagelzusammensetzung schwindet einfach durch das Lasern und der Nagel kann ohne Nagelpilz und Verletzungen der Nagelhaut neu wachsen. Neben diesen schulmedizinischen Möglichkeiten kann man auch naturheilkundlich behandeln. Hierbei wird der befallene Nagel soweit abgeschliffen, bis nur noch nicht befallener Nagel vorhanden ist. Der abgeschliffene Nagelteil muss allabendlich und jeden Morgen mit Essig betupft werden – auch diese Prozedur dauert Wochen.